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Selbsthilfe und Pflege

Pflegeunterstützung: Basis-Schulung für Ehrenamtliche

 

Schulungen für Ehrenamtliche der Berliner Kontaktstellen PflegeEngagegement
für pflegeflankierendes Ehrenamt und Selbsthilfe

In 2012 werden drei Schulungsreihen für ehrenamtlich engagierte Menschen im Bereich häuslicher Pflege durchgeführt. Die Schulung vermittelt Grundlagen zur Unterstützung familiärer Pflegearrangements und Nachbarschaftshilfen oder für die Begleitung von Gesprächs- und Selbsthilfegruppen mit dem Themenschwerpunkt Pflege.

Ehrenamtlich oder freiwillig engagierte Menschen werden zur Unterstützung in vielen Bereichen der häuslichen Pflege dringend gebraucht, um Hilfe- und Pflegebedürftige, Menschen mit hohem Betreuungsbedarf und deren Angehörige zu begleiten und/oder zu entlasten. Dabei geht es um die Stärkung des Selbsthilfepotenzials und die Sicherung von Selbstbestimmung sowie sozialer Teilhabe. Wohnortnahe informelle Hilfenetze können den Verbleib in der eigenen Häuslichkeit oder in der Familie verlängern.

Doch dabei entstehen viele Fragen, die am besten im Vorfeld eines Engagements geklärt werden, um den Ehrenamtlichen Sicherheit und notwendiges Wissen mit auf den Weg zu geben.

Neben dem Erwerb oder der Auffrischung von erforderlichen Kenntnissen für ein Engagement werden das Teamgefühl, die Identifikation mit den Zielen der Kontaktstellen und der Austausch untereinander gefördert.

Die Basisschulungen mit einem Umfang von 20 Stunden (á 60 Minuten) finden jeweils an acht aufeinanderfolgenden Nachmittagen statt. Im Anschluss daran werden Zusatzqualifikationen je nach geplantem Einsatzgebiet angeboten (jeweils 10 Stunden á 60 Minuten). Hierfür sind zwei bis drei Veranstaltungen geplant. Die Ehrenamtlichen wählen je ein Modul aus den Bereichen Einsatzgebiet und Zielgruppe aus.

Das Schulungskonzept entstand in Zusammenarbeit von den Kontaktstellen PflegeEngagement und dem Kompetenzzentrum Pflegeunterstützung in Berlin.

Die Kontaktstellen PflegeEngagement und das Kompetenzzentrum Pflegeunterstützung werden von der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales, den Landesverbänden der Pflegekassen in Berlin und dem Verband der privaten Krankenkassenversicherung e.V. gefördert.

 


 

Modul 1          Kontaktstellen PflegeEngagement

Was bieten die Berliner Kontaktstellen PflegeEngagement

 

Die Seminarreihe startet mit der Vorstellung der Kontaktstellen PflegeEngagement und der Information über Einsatzmöglichkeiten für Ehrenamtliche. Es geht ums Kennenlernen der Teilnehmer/innen sowie den Austausch zu Motivation und Erwartungen

Es findet eine kurze Einführung in das Aufgabengebiet der Kontaktstellen statt und die Mitarbeiter/innen stellen sich vor. Die unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten - Alltagsbegleitung von Pflegebedürftigen aller Altersgruppen, Angehörigenbegleitung, Unterstützung und Begleitung von Selbsthilfegruppen insbesondere von pflegenden Angehörigen - werden erläutert. Zu Beginn der Schulungsreihe lernen die Teilnehmer/innen sich untereinander kennen und bekommen die Möglichkeit, ihre Erfahrungen und Erwartungen an ihr Engagement auszutauschen.

(2 Stunden)


Modul 2          Rahmenbedingungen des Ehrenamtes

 

Das Ehrenamt im Bereich der Pflege,  Rahmenbedingungen, Möglichkeiten und Grenzen des Ehrenamts

Unser Gesundheitswesen befindet sich im Wandel und muss auf die demographische Entwicklung der letzten und kommenden Jahre reagieren, um auch zukünftig eine qualitativ hochwertige Versorgung pflegebedürftiger Menschen zu gewährleisten. Die Gesellschaft kann und wird auf den Einsatz und das Engagement ehrenamtlicher Helfer/innen langfristig nicht verzichten können. Nachbarschaftshilfe und ehrenamtliche Strukturen müssen stärker ermöglicht und gefördert werden. Zu folgenden Fragen wollen wir uns mit Ihnen auseinander setzen:

Was bedeutet der demographische Wandel heute und zukünftig?

Welche Rolle können ehrenamtlich engagierte Menschen im Bereich der Pflegeunterstützung einnehmen - Möglichkeiten und Grenzen?

Welche Rahmenbedingungen begleiten ein ehrenamtliches Engagement in diesem Bereich?

(3 Stunden)


 

Modul 3          Pflegebedürftigkeit und Unterstützungsbedarf im Alltag

 

 Das Modul informiert über die Inhalte des Pflegeversicherungsgesetzes.

Wie wird der Begriff „Pflegebedürftigkeit“ definiert und die Zuordnung zu den einzelnen Pflegestufen vorgenommen?

Wem stehen Leistungen der Pflegeversicherung zu und wie werden sie beantragt?

Welche Unterstützung bietet die Pflegeversicherung für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige?

(2,5 Stunden)


Modul 4          Situation von pflegenden Angehörigen

Spannungsfelder in der Familie, Förderung von Selbstpflege
und Selbstbestimmung, Teilhabe

In diesem Modul sollen Sie einen Eindruck vom Alltag in einer Familie mit einem pflegebedürftigen Menschen gewinnen. Wer als z.B. als Angehörigenbegleiter eine Familie unterstützen möchte, sollte zunächst deren Situation verstehen.

Die Entscheidung, einen Angehörigen zu versorgen, hat Auswirkungen auf das eigene Leben und das Familienleben insgesamt. Durch die neue Situation, auf die sich alle einstellen müssen, können Konflikte auftreten, die nicht nur die unmittelbare Familie betreffen, sondern Freunde und Bekannte mit einschließen können. Hilfe anzunehmen, ist für pflegende Angehörige oft nicht leicht. Sie sind die Experten, tragen die Hauptverantwortung für den Pflegebedürftigen und sehen sich selbst nicht gern in der Rolle des Hilfsempfängers. Sie definieren sich eher als eine Person, die eine besondere und zuweilen schwierige Aufgabe erfüllt.

Viele pflegende Angehörige vernachlässigen auf lange Sicht die eigenen Bedürfnisse, denn die Pflegesituation fordert von ihnen große Kraftanstrengungen. Sie nehmen sich wenig Zeit für sich selbst, können nicht mehr abschalten, haben immer weniger Anlass zur Freude.

Wir wollen uns in diesem Modul mit der Frage beschäftigen, was Sie als ehrenamtliche/r Helfer/in beitragen können, um die Lebensqualität der betroffenen Familien zu verbessern.

(2,5 Stunden)


 

Modul 5          Kommunikation und Gesprächsführung

                         Umgang mit Krisen und Konflikten

 

Ziel des Moduls ist es, sich mit menschlicher Wahrnehmung und Kommunikation auseinanderzusetzen und die Teilnehmer/innen in ihrer Selbstreflexion zu stärken.

Wie gelingt es, in Gesprächen mit Angehörigen und pflegebedürftigen Menschen eine hilfreiche Rolle einzunehmen? Wie funktioniert z.B. aktives Zuhören? Zum anderen werden gemeinsam Lösungen für Krisen und Konfliktsituationen erarbeitet.

(3 Stunden)

 


 

Modul 6          Betreuungsrecht, Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung

 

Wer soll für mich entscheiden, wenn mein Gesundheitszustand eigene Entscheidungen nicht mehr zulässt? Welchen medizinischen Behandlungen und Therapien möchte ich mich unterziehen und welchen auf keinen Fall?

In der Regel ist ein Mensch ab dem 18. Geburtstag in Deutschland voll geschäftsfähig. Das bedeutet auch, dass nur er selbst für seine Person rechtlich bindende Willenserklärungen abgeben kann. Unfall, Krankheit, Behinderung etc. können die eigene Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit einschränken. Was nun?

Diese Fragen stellen sich viele pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige, aber sicher auch Sie.

Wenn sicher sein soll, dass auch in solchen Situationen der eigene Wille durchgesetzt wird, muss in gesunden Tagen Vorsorge getroffen werden. In diesem Modul werden daher Vorsorgevollmachten, Patientenverfügung und Betreuungsverfügung vorgestellt und das geltende Betreuungsrecht erläutert. Es werden Tipps gegeben, worauf besonders zu achten ist und wo in Berlin ausführliche Beratung angeboten wird.

(2 Stunden)


Modul 7          Umgang mit Sterben, Tod und Trauer

 

Wenn Heilung versagt, kann die Situation entstehen, dass ehrenamtliche Mitarbeiter/innen erkrankte Menschen auf ihrer letzten Wegstrecke im Leben begleiten und deren Angehörige und Freunde unterstützen. Dabei stehen verschiedenste Bedürfnisse der Sterbenden und ihrer Angehörigen im Mittelpunkt der Begleitung.

Um sterbenden Menschen und deren Angehörigen gerecht zu werden, ist es wichtig, sich mit bestimmten Prozessen auseinander zu setzen. Eine angemessene Begleitung setzt voraus, die Bedürfnisse und Gefühle des Sterbenden vollständig zu akzeptieren auf sie einzugehen. Mit einer guten Kommunikation können Betroffene begleitet und unterstützt werden.

(3 Stunden)


Modul 8          Notfallsituationen

Reflexion der Fortbildung, Zertifikatsübergabe

 

In der letzten Veranstaltung der Basisqualifikation werden Ihnen Hinweise zum Umgang mit und in Notfallsituationen gegeben.

Sie erhalten die Möglichkeit, den Nutzen der Schulung für sich zu reflektieren und sie zu beurteilen. Es bleibt Zeit, offen gebliebene Fragen und weiteren Schulungsbedarf zu klären. Gemeinsam mit Ihnen wollen wir Ihr Engagement während der Veranstaltungen feiern und Ihnen zum Abschluss das Zertifikat für Ihre Teilnahme überreichen.

(3 Stunden)


Zusatzqualifikationen finden statt zu den Einsatzfeldern

·         Angehörigenbegleitung oder Begleitung Betroffener

·         Gruppenbegleitung und

(5 Stunden)

Zielgruppen (Krankheitsbilder und Umgang)

·         Kinder und Jugendliche

·         Ältere Menschen.

(5 Stunden)


 

Die Teilnahme an der Schulung ist für Personen, die sich im Rahmen der Engagementmöglichkeiten der Kontaktstellen ehrenamtlich engagieren möchten, grundsätzlich verpflichtend. Es ist zudem ein Unterstützungsangebot für bestehende Ehrenamtsnetze, die sich wohnortnah für die Bewohner im Kiez engagieren, um ihnen in ihrem häuslichen Umfeld behilflich zu sein. Abschließend erhalten die Teilnehmer/innen ein Zertifikat über die Inhalte und die Teilnahme an den besuchten Veranstaltungen. Organisiert werden sie im Zusammenschluss von je vier Kontaktstellen PflegeEngagement in bezirklicher Nachbarschaft und dem Kompetenzzentrum Pflegeunterstützung. Die Schulungen werden regelmäßig evaluiert und weiterentwickelt.

 

Basisschulung (8 Termine, 20 Stunden) und Zusatzqualifikation (2-3 Termine, 10 Stunden)


Basisschulung

für die Bezirke Pankow, Reinickendorf, Mitte, Neukölln

Termine:                          jeden Dienstag ab 16.00 Uhr; Beginn 17.01.2012

Zusatzqualifikation I:       Termine nach Absprache (März 2012)

 

Basisschulung für die Bezirke
Spandau, Charlottenburg-Wilmersdorf, Steglitz-Zehlendorf, Tempelhof-Schöneberg

Termine:                          jeden Dienstag ab 16.00 Uhr; Beginn 17.04.2012

Zusatzqualifikation II:      Termine nach Absprache (Juni 2012)

 

Basisschulung für die Bezirke
Treptow-Köpenick, Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf, Friedrichshain-Kreuzberg

Termine:                          jeden Dienstag ab 16.00 Uhr; Beginn 04.09.2012

Zusatzqualifikation III:     Termine nach Absprache (November 2012)

 

Nähere Informationen zu Dozenten, Terminen und Veranstaltungsorten erhalten Sie in Ihrer bezirklichen Kontaktstelle PflegeEngagement oder beim Kompetenzzentrum Pflegeunterstützung Anfang 2012.

 

Kosten: für Ehrenamtliche keine

 

Wir bitten um Anmeldung bei:

Kompetenzzentrum Pflegeunterstützung

Bismarckstraße 101, 10625 Berlin

Silke Migala

Tel.: 89 02 85 36 oder  Mail: migala@sekis-berlin.de

migala@sekis-berlin.de

online anmelden:     http://www.sekis.de/Anmeldeformular.837.0.html

 

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