Selbsthilfe Kontakt- und Informationsstelle

Wir informieren über Selbsthilfe in Berlin.

Berliner Krankenhäuser Bilderreihe

Selbsthilfe und Krankenhäuser

Engagierte Betroffene sind wichtige Partner der Gesundheitsversorgung

SEKIS und die Berliner Selbsthilfe-Kontaktstellen haben mit 18 Kliniken Verträge für eine verbindliche Zusammenarbeit geschlossen.

Die Selbsthilfe hat sich als ergänzender Bereich der gesundheitlichen Versorgung - neben Leistungsanbietern und dem privaten Bereich familiärer Gesundheitssorge - inzwischen etabliert und ist als solche anerkannt. Fachleute im Gesundheitswesen wissen – nach anfänglicher Skepsis – die Leistungen der engagierten Betroffenen immer mehr zu schätzen. Sie haben die Erfahrung gemacht, dass eine Zusammenarbeit mit der Selbsthilfe zu verbesserter Passgenauigkeit medizinischer oder rehabilitativer Leistungen führen kann.
Die Bedeutung der Zusammenarbeit mit Selbsthilfegruppen wird in den letzten Jahren auch von immer mehr Krankenhäusern und Reha-Kliniken erkannt und als komplementäre Unterstützung im Prozess der Gesundung gefördert. Je mehr die Orientierung auf eine sektorenübergreifende Versorgung in den Blick gerät, umso mehr wird  auch die Einbindung informeller Hilfeformen wie der Selbsthilfe in die Versorgungskette mitgedacht. Selbsthilfegruppen und Organisationen suchen ihrerseits den Kontakt zu medizinischen Experten, um ihre Arbeit durch deren Wissen zu verbessern.
Erfahrungen der Zusammenarbeit gibt es in den letzten Jahren zahlreiche. Sie sind in der Regel getragen und geprägt vom Engagement Einzelner. Damit die Selbsthilfe Teil einer übergreifenden Kooperation werden kann, unterstützen die Betriebskrankenkassen seit mehreren Jahren ein Konzept, mit dem die Zusammenarbeit verbindlicher geregelt werden kann. Mit Unterstützung vor allem des Bundesverbandes der Betriebskrankenkassen entstand das Netzwerk „Selbsthilfefreundlichkeit im Gesundheitswesen – Gemeinsam für Selbsthilfe- und Patientenorientierung“. Mit finanzieller Unterstützung der BKK Landesverbände wurden in vier Bundesländern regionale „Agenturen Selbsthilfefreundlichkeit“ eingerichtet, die das Konzept „Selbsthilfefreundlichkeit“ bundesweit etablieren sollen.

SEKIS und die Berliner Selbsthilfe-Kontaktstellen haben mit 18 Kliniken Verträge für eine verbindliche Zusammenarbeit geschlossen. Die Idee und das Konzept für "Selbsthilfefreundliche Kliniken" haben wir in einer eigenen Internetseite zusammengestellt:

Beispiele gelungener Kooperation hat SEKIS auch in einem Buch zusammengestellt. Die Broschüre ist aus dem Jahr 2009 - aktuelle Informationen und Ansprechpartner erhalten Sie bei den Selbsthilfekontaktstellen der Bezirke.

Selbsthilfe - Beauftragte als Partner

Selbsthilfegruppen haben oft über Jahre Kontakte zu Ärzten und „ihren Spezialisten“, die sie zu Vorträgen in ihre Gruppen einladen. Das sind gewachsene Netze zu einer Vielzahl von Personen. Dennoch macht es Sinn, für die Zusammenarbeit von Selbsthilfe und Krankenhaus auch eine zentrale Ansprechperson zu haben, die themenübergreifend angesprochen werden kann. In Berlin haben 18 Krankenhäuser in Kooperationsvereinbarungen Ansprechpartner benannt. Wir stellen Ihnen hier die Selbsthilfebeauftragten vor:

Selbsthilfefreundliches Gesundheitswesen

Selbsthilfefreundlich.gif

SEKIS ist Mitglied im Netzwerk

Selbsthilfefreundlichkeit und Patientenorientierung im Gesundheitswesen

Agentur Selbsthilfefreundlichkeit

SEKIS hat sich im Rahmen eines Projektes auch als "Agentur Selbsthilfefreundlichkeit" etabliert.
Sie informiert Selbsthilfegruppen über Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Einrichtungen im Gesundheitswesen. Sie berät Akteure in Krankenhäusern, Arztpraxen und Diensten der sozialmedizinischen Versorgung über die Angebote der Selbsthilfe.
Es werden Verbindungen hergestellt und Hilfen dafür gegeben, wie die Zusammenarbeit nachhaltig und systematisch umgesetzt werden kann.

Gesundheitsberufe und Selbsthilfe - eine erfolgreiche Partnerschaft 

In einer selbsthilfefreundlichen Einrichtung arbeiten Professionelle und Pflegekräfte mit Selbsthilfegruppen und Kontaktstellen verbindlich zusammen. Von einer solchen Kooperation profitieren alle Seiten – die Einrichtung,  die Selbsthilfe und vor allem die Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörige.

  • Kontakte zwischen Patientinnen und Patienten und  Selbsthilfegruppen werden gefördert
  • Ärzte und Pflegekräfte können ihr Handeln durch das Erfahrungswissen der Selbsthilfe erweitern
  • kooperationsbereite Selbsthilfegruppen werden aktiv unterstützt

Das Angebot: Beratung, Unterstützung und Netzwerke
Wir bieten für Interessierte aus Einrichtungen im Gesundheitswesen

  • Vermittlung von Informationen über Selbsthilfe
  • Beratung zur Gestaltung der Kooperation
  • Unterstützung bei der Entwicklung von Qualitätskriterien

Für Selbsthilfegruppen und -Organisationen

  • Entwicklung von Zielen und Maßnahmen für die Zusammenarbeit
  • Bearbeiten und Erkennen von Kooperationspotentialen und Hemmnissen im Miteinander
  • Erschließen von Unterstützungspotentialen in den   Einrichtungen
  • Stärkung der Brückenfunktion von Selbsthilfe, Kontaktstellen und Einrichtungen
  • Verknüpfung von erfahrenen Gruppen

Kooperation und Zusammenarbeit im Verbund mit Partnern 

Die Agentur ist Teil eines größeren Netzwerks zur Umsetzung des Konzepts „Selbsthilfefreundlichkeit im Gesundheitswesen – Gemeinsam für Selbsthilfe- und  Patientenorientierung“. Ziel des Netzwerks ist es, das Thema Selbsthilfefreundlichkeit in Einrichtungen des Gesundheitswesens zu befördern und neue Impulse für eine nachhaltige Zusammenarbeit zu geben.

 

Kriterien für  „selbsthilfefreundliche Einrichtungen“

  1. Bereitstellung von Räumen, Infrastruktur, Präsentationsmöglichkeiten für die Selbsthilfe
  2. Regelhafte Information der Klienten und Patient/innen über Selbsthilfe und Kontaktstellen
  3. Unterstützung der Öffentlichkeitsarbeit von Gruppen und Selbsthilfezusammenschlüssen
  4. Benennung fester Ansprechpartner
  5. Regelmäßiger Erfahrungs- und Informationsaustausch
  6. Einbeziehung der Selbsthilfe in die Fort- und Weiterbildung von Mitarbeiter/innen
  7. Mitwirkung der Selbsthilfe in Gremien, Qualitätszirkeln, Ethikkommissionen u.ä.
  8. Formale Form der Kooperation (Vereinbarung).